2012

Poetry

Johannes Mössinger Solo - Vinyl LP /CD

Poetry, die neueste Solo-Produktion entstand im Sommer 2011 und bringt die künstlerischen Erfahrungen Mössingers der letzten Jahre auf einen Punkt.

Tournee-Erfahrungen, kompositorische Entwicklungen und künstlerische Reife finden zusammen zu einem einmaligen dichten Ausdruck. Unverwechselbare Musik des Künstlers Johannes Mössinger. 

Ausgangspunkt war die Anfrage des legendären historischen MPS-Studios in Villingen, eine neue Produktion in diesem alten, wieder neueröffneten Studio zu machen. Unter dem Firmennamen HGBS Records wird das Studio seit einiger Zeit wieder betrieben und so entstand die Idee zu einer aktuellen Soloaufnahme, die als Vinyl-LP und CD produziert werden sollte.

Solo in einem Tonstudio und dazu noch an einem solchen bedeutenden Platz, an dem schon Friedrich Gulda, Oscar Peterson und viele andere Größen des Pianospiels neue Ebenen des Ausdrucks gefunden hatten, bedeutete eine besondere Herausforderung.

Und in der Tat wurden die Aufnahmetage zu ereignisreichen und energievollen Sessions, mit vielen magischen, dichten Momenten und der Offenheit für die Besonderheiten einer kreativen Soloaufnahme. Mit entscheiden dafür ist das Instrument des Studios, ein Bösendorfer Imperial Flügel. 

Johannes Mössinger meint hierzu: „ Ich kannte Bösendorfer natürlich von vielen Konzerten und Gelegenheiten, bei denen ich diese Instrumente spielen konnte. Aber letztlich habe ich bei meinen Produktionen immer bevorzugt auf Steinway Flügeln musiziert. Dieses mal ging es also auch darum den Imperial Flügel von Bösendorfer genauer zu erkunden und auszuloten. Und ich bin und war völlig fasziniert von der Vielschichtigkeit, von der tiefen Gesanglichkeit dieses Instruments, ebenso wie von den Möglichkeiten der virtuosen Klarheit in allen technischen Belangen. Das perfekte Instrument für Poetry. Ein Klavierklang, den man immer weiterhören möchte.“

Abgerundet wird diese Produktion durch den begleitenden Text von Geseko v. Lüpke. Er schuf für jeden Song des Albums einen eigenen Text, eine eigene Poesie, die die Musik des Albums in Worten erklingen lässt und dem Leser von dieser Warte aus das Musikalische neu erschließt. Aus dem Begleittext von Geseko v. Lüpke:

VIII. Es ist ein irritierendes Klangmuster, das ‚The Yellow Way’ unterlegt ist, eindringlich, intensiv, bohrend, die sich wie Nadel ins Gehirn bohrt und klingt, als wollte sich eine zu enge Norm unter allen Umständen durchsetzen. Dann erscheinen Melodielinien, die sich wie Strudel um diese bohrende Energie winden und ihr ein harmonisches Gegengewicht geben: So lange, bis sich das Bohrende ändert, auflöst und mit dem melodischen Spiegelbild eins wird. Eine Improvisation über die Kunst der Transformation, wo durch Beziehung etwas Neues entsteht, das von Emotionalität ebenso getragen wird, wie von einer Spielkunst, die sich technisch nicht beweisen muss, sondern ein spielerisches Niveau beweist, ohne beweisen zu wollen.

IX. Reine Poesie des Klangs. Ein forschendes Tasten in den Raum melodischer Metaphern, der das in Töne bringt, was Begriffe, Sprache oder arithmetische Komposition  nicht vermögen. Da ist das Ganze so viel mehr als die Summe der Töne, Tempi und Rhythmen. Da zählt die Pause manchmal mehr, das minimale Zögern zwischen zwei Anschlägen. ‚Nothing is real’ stimmt eben nur dann, wenn die Vorstellung von Realität sich nur auf das bezieht, was in den Landkarten und auf den Notenblättern steht. Doch wir leben in Wirklichkeiten, und die unterscheiden sich von der Realität so wie ein Urwald vom Kunstrasen. Denn sie wirken. Ein Stück wie ein Hauch, wie ein Augenblick, wie ein unvergesslicher Kuss. Mit dem Vorteil, dass er wiederholbar ist ...

Tracklist

  1. When God takes a break
  2. Paraphrase
  3. Joana’s Dance
  4. Accept the Unacceptable
  5. Promenade
  6. Tequila and Salt
  7. Into the Future
  8. The Yellow Way
  9. Nothing is real
  10. Invention
  11. Pictures of Love
  12. One More Blues
  13. Juli P

 

Credits: recorded at HGBS-Studio, sound engineer, mix and mastering by Gerd Puchelt, fotos by Gerhard Müller and Klaus Polkowski, executive producer Friedhelm Schulz

TRACK 13 Juli P

Musiker

  • Johannes Mössinger | Piano

Video

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